Wohnstandort Dachsleite

Das Ende 2012 veröffentlichte Konzeptpapier "Wohnstandorte der britischen Streitkräfte" der Stadtplanungsabteilung sah vor, dass alle Britenhäuser zwischen Igelpatt und Mümmelmannpfad, als Paket an die Wohn- und Stadtbau Münster GmbH und/oder münsterische Wohnungsgenossenschaften verkauft werden sollten. Im September 2013 erwarb die Wohn- und Stadtbau zusammen mit dem Wohnungsverein Münster eG und dem Bauverein Ketteler die 40 Reihenhäuser südöstlich der Dachsleite, am Bieberweg am Mümmelmannpfad und am Bisamgang. Es bleibt nun abzuwarten, ob die BImA auch die vier Doppelhaushälften und fünf freistehenden Einfamilienhäuser am Igelpatt als Paket vermarkten wird. Offensichtlich will sich die Wohn- und Stadtbau dort nicht mehr engagieren. Unter dem Menüpunkt weitere geplante Paketverkäufe von Britenhäusern sofort stoppen plädiere ich dafür, dass keine weiteren Paketverkäufe von Britenhäusern mehr stattfinden, sondern dass die Britenhäuser einzeln den Bürgern im Bieterverfahren angeboten werden.

Luftbilder der Britenhaussiedlung am Wohnstandort Dachsleite

Zur ersten Orientierung einige Luftbilder vom Standort Dachsleite:

Luftbild von oben:



Luftbild in nördliche Richtung:



Luftbild in östliche Richtung:



Luftbild in westliche Richtung:



Luftbild in südliche Richtung:



Der Planungsstand Ende 2012 laut Konzeptpapier "Wohnstandorte der britischen Streitkräfte" der Stadtplanung:

Label für den Wohnstandort Dachsleite
"Vielfältige Lebensformen an der Coerheide"

Einordnung im Stadtteil
  • Entfernung zur: Altstadt: 4,0 km

  • Nahversorgung : 400 m Grundversorgungszentrum

  • Kita: 230 m

  • Schulen: 270 m

  • ÖPNV Haltestelle: 150 m Coerheide (20 Minuten-Takt)

  • Arbeitsplatzschwerpunkte: Zentrum-Nord

  • Freiraum: angrenzender Wald bzw. Sport- und Erholungsbereich


  • Quartiersstruktur
  • Flächengröße des Standortes: 1,6 ha

  • Wohneinheiten: 49 (ca. 75 – 130 m² Wohnfläche)

  • Haustypen: 40 Reihenhäuser, 4 Doppelhaushälften, 5 freistehende Einfamilienhäuser

  • Baualter: 1960er

  • Geschossigkeit: 2

  • Parken: Garage am Gebäude, Stellplatz vor dem Gebäude und Straßenraum, Sammelgarage

  • Denkmalwürdige Struktur: nein, aber erhaltenswerte städtebauliche und architektonische Qualitäten

  • Planungsrecht: § 34 BauGB

  • Besonderheiten: Wald mit Sportflächen, Klinkerfassade, Spielplätze, Einzelbäume, prägende Vorgartenbereiche


  • sinnvolle Zielgruppen
  • altersgemischte Gruppen

  • Familien (mit Kindern)


  • Stärken
  • Lage zu Grün- und Erholungsflächen

  • Lage zu Sportflächen

  • ruhige Lage

  • Erreichbarkeit von Grundschule und Kindertagesstätte gesichert

  • fußläufige Erreichbarkeit der Nahversorgung


  • Schwächen
  • heterogene Siedlungsstruktur im Umfeld (Einfamilienhäuser und Hochhäuser)


  • Maßnahmen
  • Erhalt des Bestandes: bauliche Gestaltung sichern
  • An-/Ausbaukonzept: östliche Reihenhauszeile, Doppelhäuser rückwärtige Anbauten ermöglichen
      (Erhöhung der Wohnfläche, Wintergarten)
  • Stellplatzkonzept: Ordnung des ruhenden Verkehrs (insbesondere südlicher Reihenhausbereich)


  • sinnvolle Vermarktungsstrategie
  • Paketverkauf: Direktverkauf an städtisches Wohnungsunternehmen und/oder münsterische Wohnungsgenossenschaft


  • Zielsetzungen
  • Zielgruppen-, Maßnahmen- und Vermarktungsfokus
  • Infrastrukturbeitrag Eigentümer/Investor
  • Standort mit hohem sozialem Steuerungsbedarf


  • Bürger-/Nutzereinbindung
  • Information der Bürgerinnen und Bürger zum Gesamtkonzept
  • Einbindung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens


  • Instrumente
  • Erhaltungssatzung: einheitliches städtebauliches Konzept mit verschiedenen Haustypen aus den 1960er Jahren

  • (einfacher) Bebauungsplan: Sicherung der städtebaulichen Grund- und Gestaltungsstruktur

  • gestalterische Festsetzungen bzw. Gestaltungssatzung: einheitliche Klinkerfassaden- und Dachgestaltung
       (Farbe, Material, keine Dachausbauten)



  • Führt der Paketverkauf von 40 Reihenhäusern dazu, dass sich die Einwohnerstruktur in Coerde verbessert?

    Die Stadtverwaltung schlug für die Britenhäuser an der Dachsleite einen Paketverkauf an ein städtisches Wohnungsunternehmen oder eine münsterische Wohnungsgenossenschaft vor, da ein hoher sozialer Steuerungsbedarf gesehen wurde. Laut Pressemitteilung vom 9.07.2013 erwirbt die Wohn- und Stadtbau Münster 40 Reihenhäuser. Doch kann man kritisch hinterfragen, ob solch ein Paketverkauf und die anschließende Vermietung der Häuser geeignet ist, die Einwohnerstruktur in Coerde und das Image dieses Stadtteils zu verbessern.

    Die kleinsten Einfamilienreihenhäuser in der Grawertstraße wurden Mitte 2011 ab 140.000 € an Familien verkauft. Hinzu kamen die Grunderwerbssteuer, die Notarkosten und die Kosten für die Eintragungen ins Grundbuch. Diese Familien mussten anschließend ca. 60.000 bis 70.000 € investieren, um das Haus zu sanieren, zu renovieren und die Außenanlagen anzulegen. Hinzu kamen eventuell die Kosten für einen Anbau und für einen Carport. Und natürlich darf man die Umzugskosten, die Kosten für die besenreine Übergabe der Altwohnung bzw. eventuell diejenigen Kosten nicht vergessen, die eventuell durch den Verkauf einer bisherigen Eigentumswohnung entstanden. Die Familien mussten also mindestens ca. 210.000 € investieren.

    Wer solche finanziellen Mittel aufgrund von Eigenkapital und Krediten von seiner Bank stemmen kann, weil die Bank die Einkommenssituation überprüft hat und den Kunden bonitätsmäßig für gut hält, ist derjenige Typ von Neubürger, von denen Coerde nicht genug bekommen kann, um ein Gegengewicht zu den vielen einkommensschwachen Bürgern zu erhalten, um neue Bürger zu gewinnen, die ihren Bedarf nicht nur in Billigläden und im ALDI decken, die es sich leisten können, auch einmal ein Restaurant in Coerde zu besuchen. Und es sind auch solche Neubürger und Hauseigentümer, die ihren Grundbesitz pflegen, darauf achten, dass die Vorgärten und die Straßen sauber bleiben, die langfristig wohnen bleiben und sich im Stadtteil engagieren. Zur Stabilisierung und Aufwertung von Coerde werden hingegen kaum weitere einkommensschwache Mieter maßgeblich beitragen, die zusätzlich zu den vielen in Coerde bereits wohnenden Mietzuschussberechtigten dorthin ziehen, weil die Wohn- und Stadtbau Münster GmbH sich bereit erklärt (durch die Politiker genötigt wird?), die 40 Reihenhäuser in der Dachsleite zu erwerben, zu sanieren und anschließend zu vermieten. Die Politiker und die Stadtplanung erreichen mit ihrer Politik vielleicht genau das Gegenteil von dem, was für Coerde wünschenswert wäre.


    Eine Nachverdichtung ist auch in der Dachsleite möglich.

    Auch in der Britensiedlung an der Dachsleite ist eine maßvolle Nachverdichtung möglich. Die nachfolgende Luftaufnahme zeigt den Ist-Zustand der Britenhaussiedlung nördlich der Straße "Dachsleite“:



    Die fünf freistehenden Einfamilienhäuser stehen auf sehr großen Grundstücken, die so geteilt werden könnten, dass im südöstlichen Gartenbereich dieser Einfamilienhäuser beispielsweise ca. drei bis vier kleine Reihenhäuser errichtet werden könnten. An dieser Stelle der Straße "Dachsleite" befindet sich derzeit eine Straßeneinbuchtung mit KFZ-Stellplätzen. Diese KFZ-Stellplätze könnten wenige Meter westlich des jetzigen Standorts untergebracht werden, ohne dass der zugehörige große Garten des nördlich gelegenen Doppelhauses wesentlich an Fläche verliert. Da dessen Grundstück dann verkleinert würde, würde dessen Kaufpreis dann auch kleiner ausfallen. Die jetzige Straßeneinbuchtung für die KFZ-Stellplätze würde nun zum Vorgarten für die neu errichteten Reihenhäuser.

    Die nachfolgende Skizze veranschaulicht diese Nachverdichtung. In der Skizze wurde einfach ein Abbild des südlich der Straße "Dachsleite" vorhandenen Reihenhausblocks erzeugt, um 90 Grad gedreht und nördlich der Straße "Dachsleite" so eingefügt, dass es zu keiner Verschattung der Gärten der fünf bestehenden Einfamilienhäuser kommt.



    Offensichtlich verliert die nördliche Siedlung durch diese vorsichtige Verdichtung nichts von ihrem Charme, doch finden vier weitere Familien ein eigenes Zuhause. Die fünf Grundstücke der Einfamilienhäuser und die zwei Grundstücke des Doppelhauses nördlich der neuen KFZ-Stellplätze fallen kleiner und damit preiswerter aus.


    Nachfolgend einige Fotos zu den vier Doppelhaushälften und fünf freistehenden Einfamilienhäusern an der Dachsleite, die nicht an die Eingentümergemeinschaft Wohn- und Stadtbau, Wohnungsverein Münster eG und Bauverein Ketteler verkauft wurden:
























































    Weiter zur kritischen Analyse der Planungen zum Wohnstandort Volbachweg (nördlicher Bereich des Standorts Volbachweg): Wohnstandort Volbachweg

    Weiter zur kritischen Analyse der Planungen zum Wohnstandort Wesselerweg (südlicher Bereich des Standorts Volbachweg): Wohnstandort Wesselerweg.htm

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